"Bestandsgenauigkeit ist die Grundlage für Kundenservice"

Foto: Uwe Hennig; copyright: Detego

Uwe Hennig: "Die mit der Fixed Reader Infrastuktur erhobenen Daten sind elementar für eine nachfrageoptimierte Sortimentspolitik und entsprechende Warenpräsentation." © Detego

Interview with Uwe Hennig, CEO of Detego

Um seine Omnichannel-Strategie richtig umzusetzen, muss ein Händler jederzeit einen genauen Überblick über seinen Warenbestand haben. Inzwischen ist mit fest installierten RFID-Lesegeräten eine Technologie verfügbar, die eine Bestandsgenauigkeit von nahezu 100 Prozent ermöglichen soll. Uwe Hennig, CEO von Detego, erläutert im Interview die Vorteile dieser Modelle.

Herr Hennig, warum ist die Bestandsgenauigkeit gerade für Omnichannel-Händler besonders wichtig? 

Der Kunde erwartet zu jeder Zeit an jedem Ort Echtzeitinformationen. Wie gut ist ein Webshop, wenn ich keine Reservierung meines Wunschartikels in einer bestimmten Filiale durchführen oder dessen dortige Verfügbarkeit prüfen kann? Wie gut ist ein Click & Collect, in dem die Franchiser nicht eingebunden sind? Heute gewinnt der, der über alle Kanäle in Echtzeit permanent Verfügbarkeit prüfen und damit sein Kundenversprechen halten kann.

Wie genau erleichtert die Nutzung einer Fixed Reader-Infrastruktur das Erreichen einer hohen Bestandsgenauigkeit? 

Die Nutzung von RFID im Modehandel setzt sich durch, weil ich sehr einfach und sehr sicher eine Bestandserfassung auf meiner Fläche durchführen kann. Das aufwändige Einzelteil-Scannen mittels Barcode entfällt. Anwender unserer Lösung erfassen mit Hilfe von RFID wöchentlich ihren gesamten Filialbestand und gleichen die Systeme ab. Das bringt schon eine wesentlich höhere Genauigkeit als bisher. Im Zeitalter des Omnichannel ist die Bestandsgenauigkeit die Grundlage für Kundenservice und Effizienz. Die Nutzung von sogenannten „fixed reader“ bzw. „Decken-Readern“ macht eine vollautomatische – also ohne manuelle Tätigkeit – Bestandserfassung mehrmals am Tag möglich. Das System in der Decke liest, so oft mein Prozess es benötigt, vollautomatisch den kompletten Bestand.

Foto: G-Star Franchise Store am Union Square in New York; copyright: Detego

Der G-Star Franchise Store am Union Square in New York nutzt Detego InStore und Fixed Reader Infrastructure © Detego

Welche weiteren Analysemöglichkeiten erhält der Händler mit dieser Technologie?

Die Technologie ermöglicht komplett neue Anwendungen. Die Filiale kann in Zonen eingeteilt werden und ich sehe welche Teile sich wie bewegen, z.B. was geht zusammen in die Umkleidekabine, welche davon landen auch am Point of Sale, welche Teile bewegen sich überhaupt nicht usw. Diese Daten sind elementar für eine nachfrageoptimierte Sortimentspolitik und entsprechende Warenpräsentation auf der Fläche und somit essentiell fürs Merchandise Planning und Marketing der Modehändler. Mit Fixed Reader Infrastuktur und neuen Analysen erreicht der Modehändler somit eine noch nie da gewesene Echtzeittransparenz, kann Cross-Sellling-Potenziale besser nutzen und sein Geschäft direkt und zeitnah steuern.

Eine entsprechende Lösung von Detego ist unter anderem bereits bei G-Star in New York im Einsatz. Wie sind Ihre Erfahrungen aus den bisherigen Projekten? 

Wir haben die Lösung nun seit 9 Monaten in Betrieb. Mitarbeiter in der Filiale sind von manuellen Bestandserfassungen entlastet und kümmern sich nun den größten Teil ihrer Zeit um den Kunden. Gleichzeitig sind die Mitarbeiter immer aussagefähig, ob ein bestimmter Artikel verfügbar ist und wenn nicht, kann er sofort für den Kunden reserviert werden. Diese beiden Dinge schlagen sich in höheren Umsätzen direkt nieder. Der Store gewinnt durch unsere Lösung eine wichtige Kennzahl, nämlich die Conversion Rate „Umkleide“. Sie sagt aus, welche Teile zur Umkleide gehen und auch gekauft werden und liefert so wertvolle Erkenntnisse für das Merchandise Planning. Eine Kennzahl, die es für Stores vorher nicht gab.


Autor: Daniel Stöter; EuroCIS
Erstveröffentlichung auf iXtenso.com