"Eine leistungsfähige Netzwerkinfrastruktur macht Omnichannel-Handel erst möglich"

Interview mit Christian Schallenberg, CTO, Lancom Systems GmbH

01/06/2015

Um im Omnichannel Commerce erfolgreich zu sein, benötigt ein Händler vor allem eine leistungsfähige IT-Infrastruktur. Dazu gehört zum Beispiel auch der hochintegrierte Funk Access Point von LANCOM Systems, der auf der EuroCIS 2015 mit dem Retail Technology Award 2015 ausgezeichnet wurde. CTO Christian Schallenberg erläutert, warum die Hardware für jeden Omnichannel-Händler hilfreich ist.
Bild: Christian Schallenberg; copyright: beta-web/Stöter

Christian Schallenberg: "Die Zukunft des stationären Handels liegt in einer strategischen Verknüpfung von Ladengeschäften mit elektronischen Prozessen und digitalen Technologien". © beta-web/Stöter

Herr Schallenberg, können Sie die Funktionsweise Ihrer Funkübertragungslösung kurz erläutern?

Die neuen Access Points unserer E-Serie vereinen insgesamt vier moderne Funktechnologien in einem kompakten Gehäuse. Dazu gehört ein WLAN-Funknetz für Kunden, die damit Anwendungen wie mobiles Internet und Shopping-Apps nutzen können. Gleichzeitig kann über das Gerät auch auf das händlereigene WLAN-Netzwerk zugegriffen werden, das den Mitarbeitern mit ihren mobilen Geräten zur Verfügung steht und damit zum Beispiel die Kommissionierung und Inventur direkt im Laden ermöglicht. Es wird aber auch für Business Analytics-Anwendungen wie zum Beispiel das Tracking des Kundenverhaltens genutzt.

Zusätzlich bilden die Access Points die Basis für die kabellose Ansteuerung elektronischer Preisschilder und Beacons. Mit dieser Lösung wird zum ersten Mal der störungsfreie Betrieb der verschiedenen Funktechniken mit nur einem hochintegrierten Access Point ermöglicht. Der Händler erhält damit eine komplette Infrastrukturlösung für alle kabellosen Anwendungen. So wird die Bereitstellung vieler neuer Services - aber auch der Analyseanwendungen des Händlers - deutlich vereinfacht.
Bild: Access Point E-Serice von Lancom; copyright: Lancom Systems GmbH

Die Integration aller Funktechnologien in einem Gerät ermöglicht die für den Omnichannel-Handel benötigte Anwendungsvielfalt. © Lancom Systems GmbH

Was sind die konkreten Vorteile für den Händler – und wie hilft ihm eine solche Lösung bei der Umsetzung seines Omnichannel-Geschäftsmodells?

Für den Händler ergeben sich bei der Nutzung einer solchen Lösung verschiedene Vorteile. Zum einen werden die Installations- und Betriebskosten gesenkt, da alle benötigte Hardware in einem kompakten Gehäuse zusammengefasst ist. Gleichzeitig ermöglicht ihm die Nutzung der verschiedenen Funktechnologien, seinem Kunden neue Services anzubieten, die für den Omnichannel-Handel unerlässlich sind.
 
Die kabellose Ansteuerung der elektronischen Regaletiketten erlaubt dem Händler eine schnelle, zentrale Preissteuerung in der gesamten Filiale oder bei Bedarf sogar in allen seinen Filialen. Für einen Omnichannel-Händler ist dabei natürlich die Anpassung der Offline-Preise an Online-Preise wichtig, damit der Kunde auf jedem Kanal denselben Preis bekommt.
Bild: Christian Schallenberg (l.) und Thomas Friedl, Geschäftsführer der REWE Systems (mi.) nehmen die Auszeichnung entgegen; copyright: EHI Retail Institute

Preisverleihung des reta 2015: Christian Schallenberg (l.) und Thomas Friedl, Geschäftsführer der REWE Systems (mi.) nehmen die Auszeichnung entgegen. © EHI Retail Institute

Welche Rolle spielen standortbezogene Dienste in diesem Zusammenhang?

Die Beacons eröffnen zum Beispiel neue Kundenbindungsmöglichkeiten wie Push-Marketing. Dabei erhält der Kunde, noch während er sich im Laden aufhält, personalisierte Angebote direkt auf sein Smartphone. Solche standortbezogenen Dienste ermöglichen neue Services und schaffen damit ein neues Einkaufserlebnis im stationären Handel. So können sie Kunden zurück in die Geschäfte bringen. Beispiele sind besagte Push-Nachrichten oder auch eine Indoor-Navigation, die den Kunden direkt zum gewünschten Produkt leitet.

Mit seinen bisherigen Produkten hat sich LANCOM auf die reine Standortvernetzung konzentriert. Wie kam es dazu, dass Sie sich jetzt auch mit weiteren Aspekten der Netzwerktechnik beschäftigen?

Unsere neuen Entwicklungen sind natürlich beeinflusst vom Feedback unserer Kunden. Wir haben als Hardwarespezialist für die Standortvernetzung angefangen, arbeiten aber konstant daran, unser Angebot weiter zu entwickeln. Und je mehr die digitale Revolution auch im Handel ankommt, desto komplexer werden auch die Anforderungen an Hardware, Software und Prozesse.

Die zunehmende Digitalisierung bedeutet für den Handel grundlegende Veränderungen und der stationäre Handel muss sich anpassen, um zukunftsfähig zu bleiben. Um sein Geschäft fit für die Zukunft zu machen, benötigt der Händler vor allen Dingen eine leistungsfähige Netzwerkinfrastruktur – diese ist das Rückgrat für zukunftsfähige Handelskonzepte. Denn die Zukunft des stationären Handels liegt in einer strategischen Verknüpfung von Ladengeschäften mit elektronischen Prozessen und digitalen Technologien.

Daher haben wir unter anderem mit den neuen Access Points auf die Anforderungen unserer Kunden reagiert. Denn genau das ist es, was der Händler heute braucht: Kompakte, einfach zu bedienende Netzwerklösungen – die entsprechende Technologie ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein Händler mit seinem Omnichannel-Geschäftsmodell auch erfolgreich sein kann.

Autor: Daniel Stöter; EuroCIS
Erstveröffentlichung auf iXtenso.com