3 Fragen an ... Hiddo Hilboezen, Checkpoint Systems

25/01/2017

RFID-Lösungen kommen bisher im Modehandel verstärkt zum Einsatz. Hier geht es vor allem darum, Verluste durch Warenschwund zu minimieren. Potenzial gibt es aber auch für den Lebensmittel- einzelhandel, weiß Hiddo Hilboezen, Vice-President Sales für Merchandise Availability Solutions Germany / Benelux bei Checkpoint Systems.

Foto: Hiddo Hilboezen; copyright: Checkpoint Systems

Hiddo Hilboezen ist Vice-President Sales für Merchandise Availability Solutions Germany / Benelux bei Checkpoint Systems; © Checkpoint Systems

Herr Hilboezen, Omnichannel ist einer der wesentlichen Trends im Einzelhandel. Inwiefern kann RFID dem Einzelhandel helfen, die damit verbundenen Herausforderungen zu meistern?

Der Konsument verzeiht es heute immer weniger, wenn ein von ihm gesuchter Artikel nicht verfügbar ist. Laut einer US-Studie bestellen über 40 Prozent der Kunden dann beim Wettbewerber. RFID-Technik kann dem Einzelhandel ganz konkret helfen, dieses Problem zu lösen, indem die Bestandsübersicht und -genauigkeit deutlich größer werden. Die damit einhergehende Verbesserung der Warenverfügbarkeit wirkt sich unmittelbar auf den Umsatz und die Kundenzufriedenheit aus.

Darüber hinaus führt RFID zu Kostensenkungen: Weniger Lagerhaltungskosten, geringere Preisabschläge und ein schnellerer Wareneingang. Für Omnichannel-Einzelhändler verkürzt sich die Zeit bis zur Auftragserfüllung um 75 Prozent.

Der Textilhandel zählt zu den Wegbereitern in Sachen RFID. Für welche Branchen ist RFID noch interessant?

RFID-Technik und Warenverfügbarkeit sind keineswegs nur Themen für den Modehandel. Viel Potenzial sehen wir besonders im Lebensmitteleinzelhandel – besonders wenn es um das Management von Frischwaren in Selbstbedienungstheken geht. Bei schnell verderblichen, hochpreisigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Frischfleisch oder Fisch müssen Abverkauf, Preisnachlässe und Nachbestückungen sehr präzise ausgeführt werden. Bekleidungsartikel sind da viel robuster als frische Lebensmittel. Mit RFID können wir sämtliche Prozesse rund um die SB-Theken automatisieren. Erste Tests haben hier bereits vielversprechende Ergebnisse geliefert.

Was können die Besucher der EuroShop 2017 von Ihnen erwarten?

Auf der EuroShop zeigen wir die Bandbreite unseres Angebots – von der Quellensicherungslösung über RFID-Technik für Distributionszentren bis hin zu Anwendungen für den POS. Neben der Warenverfolgung und Bestandsübersicht geht es natürlich auch um die Warensicherung mit RF/RFID. Verluste durch Warenschwund sind schließlich immer noch ein Milliarden-Posten im Einzelhandel und wirken sich noch dazu negativ auf die Warenverfügbarkeit aus. Checkpoint präsentiert seine neueste Antennengeneration und eine Vielzahl innovativer Sicherungselemente genauso wie moderne Software- und Analysetools, die dem Einzelhändler in Echtzeit einen Überblick über die Situation in seinen Geschäften bieten. 

Interview: Melanie Günther; EuroCIS.com