3 Fragen an … Michael Bayer, NCR

25.02.2016

Viele Händler glauben auch heute noch, dass der Aufbau einer Omnichannel-fähigen Infrastruktur viel Geld kostet. Dass es auch möglich ist, Omnichannel-Plattformen und -Anwendungen in bestehende Infrastrukturen einzubinden, erklärt Michael Bayer, Präsident der gobalen Retailsparte von NCR, im Interview.

Foto: Michael Bayer; copyright: NCR

Michael Bayer; © NCR

Herr Bayer, können Händler auch Omnichannel-Anwendungen realisieren, ohne zuvor umfangreiche Investitionen in die IT-Infrastruktur tätigen zu müssen?

Bei jeder Investition müssen die Anschaffungs- sowie die Betriebskosten in Relation zum Nutzen gesetzt werden, den der Einzelhändler für sich und seine Kunden daraus erwarten kann. Doch ja, es ist möglich, Omnichannel-Plattformen und -Anwendungen in bestehende Infrastrukturen einzubinden und darauf aufbauend weitere Neuerungen voranzutreiben.

Das heißt, Einzelhändler können klein anfangen und je nach Bedarf weitere Services und Funktionen einführen. Diese werden über offene, oder von unseren Professional Services Teams programmierte, Schnittstellen in ihre Umgebung eingebunden.

Wenn Einzelhändler auf solche flexible Plattformen setzen, können sie auf eine Reihe von verschiedenen Anwendungen zugreifen und sind gleichzeitig für künftige Entwicklungen offen und können mit fortschreitender Entwicklung beispielsweise Trends wie das Internet der Dinge für sich erschließen.

Auf der EuroCIS 2016 wird NCR die neue Generation Ihrer Self Checkout-Kassen zeigen. Welche Rolle wird der Self Checkout speziell im deutschen Handel in den nächsten Jahren spielen?

Das Interesse an Self-Checkout ist in den letzten zwölf Monaten stark gestiegen. Einzelhändler erkennen zunehmend, dass sie ihre Läden umgestalten müssen, um für ihre Kunden attraktiv zu bleiben. Sie sehen Selbstbedienungskassen als eine Möglichkeit, ihren Kunden einen besseren Service zu bieten und sich vom Wettbewerb abzuheben.

Zudem haben die aktiven Aufklärungsaktionen der Self-Checkout Initiative des EHI dazu beigetragen, dass sich Einzelhändler stärker mit dem Thema auseinandersetzen. Der Einsatz von Self-Checkout bei den Supermarktketten Merkur und Billa in Österreich erhöht ebenfalls den Druck auf deutsche Einzelhändler, nachzuziehen. Längere Öffnungszeiten und steigende Personalkosten haben Investitions-Szenarien neu definiert.

Die Fragestellung heute lautet: Wie kann ich mit dem aktuellen Personal effizienter arbeiten und für meine Kunden längere oder flexiblere Öffnungszeiten mit geringen Wartezeiten an der Kasse bieten?

Im Rahmen der diesjährigen EuroCIS werden Sie auch einen Vortrag zum Thema „Wie die intelligente Küche den Lebensmitteleinzelhandel revolutionieren wird“ halten. Können Sie bereits einen kurzen Ausblick auf das Thema geben?

Durch die Arbeit mit Einzelhändlern auf der ganzen Welt sehen wir immer wieder eine Diskrepanz zwischen dem Einkaufserlebnis, das Händler heute bieten und dem, das sich Kunden vorstellen. Wir sehen unsere Aufgabe darin, diese Lücke zu schließen und von einem Omnichannel-Erlebnis zu einem wirklich integrierten Einkaufserlebnis zu gelangen.

Gemeinsam mit unserem Retail ONE Ecosystem-Partner freshub zeigen wir auf, wie Lebensmitteleinzelhändler das Internet der Dinge nutzen und es Kunden und ihren Küchen ermöglichen, direkt mit ihren Läden in Kontakt zu treten und solch ein integriertes Einkaufen ermöglichen.

Interview: Daniel Stöter, EuroCIS.com