3 Fragen an … Volker Steinle, Adyen

21/12/2015

Die Entstehung von Omnichannel führt zu einer Neustrukturierung in der Einzelhandelsbranche. Händler wollen den Käufer erreichen, der jederzeit, an jedem Ort und in jeder Form Käufe tätigen möchte. Warum das Thema Payment so wichtig für die erfolgreiche Umsetzung von Omnichannel-Anwendungsfällen ist, erläutert Volker Steinle, Country Manager Germany bei Adyen.

Foto: Volker Steinle; copyright: Adyen

Volker Steinle; © Adyen

Herr Steinle, welche Rolle spielt der Faktor Payment beim Versuch, dem Omnichannel-Kunden ein ansprechendes Kauferlebnis zu bieten?

Heute wollen Händler den Shopper erreichen, der jederzeit und an jedem Ort einkaufen möchte. Und gerade Payment ist dafür ein wichtiges Bindeglied, um Kunden ein ansprechendes Kauferlebnis zu bieten. Nur wenige Händler verfolgen einen wirklichen Omni-Channel-Ansatz, da Vertriebswege traditionell häufig komplett separat geführt werden und für jeden Kanal oder jedes Land eine eigene Zahlungsfunktion aufgesetzt wird. Für den Kunden ist das so, als würde er bei verschiedenen Händlern einkaufen.

Eine Omni-Channel-Strategie wird nämlich immer nur so gut sein wie die Payment-Strategie dahinter. Alle innovativen Omni-Channel Use Cases wie Endless Aisle, Click & Collect oder Instore-Retouren funktionieren erst durch nahtloses Bezahlen und Rückerstattungen und bieten Kunden und folglich auch Händlern einen echten Mehrwert und Alleinstellungsmerkmal.

Adyen gibt quartalsweise den Mobile Payments Index (MPI) heraus. Was sind die aktuellen Entwicklungen im Bereich mobiler Bezahlvorgänge?

Seit Juni 2013 beobachten wir im Mobile Payment Index einen stetigen Anstieg mobiler Zahlungen bei Online-Transaktionen, der derzeit bei 30% weltweit liegt. Mit mobilen Zahlungen messen wir Zahlungsanfragen, die von mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets initiiert werden.

Im 2. Quartal 2015 waren es noch 28,7%. Auf dem deutschen Markt wächst der Anteil mobiler Zahlungen vom 2. auf das 3. Quartal 2015 zwar nur leicht um 1% auf 25%. Allerdings ist im Vergleich zum Vorjahresquartal der Trend zum mobilen Bezahlen deutlich zu erkennen: Damals lag der Anteil mobiler Transaktionen bei nur knapp 17%, d.h. innerhalb nur eines Jahres haben sich Verkäufe auf mobilen Endgeräten um beinahe 50% erhöht. Außerdem sehen wir, dass lokale Zahlarten enorm an Bedeutung gewinnen: Bereits über 50% aller mobilen Bezahlvorgänge werden über lokale Zahlmethoden wie z.B. Lastschrift, IDEAL oder Alipay getätigt.

Auch der prozentuale Anteil von Smartphone-Transaktionen im Vergleich zu Tablets ist gestiegen. Das bestätigt sich auch in Deutschland: Smartphones wurden hier mehr als doppelt so oft für mobile Bezahlvorgänge benutzt wie Tablets.

Adyen ist auch als Aussteller auf der EuroCIS 2016 dabei. Was werden Sie auf der Messe vorstellen?

Als echter Omni-Channel-Zahlungsdienstleister zeigen wir auf der EuroCIS eine Omni-Channel Live Demo, bei der Besucher die Payment Experience in einem Shop über alle Vertriebskanäle (Online, Mobile, POS) selbst ausprobieren und erleben können wie diese Transaktionen in nur einem Backend zusammenlaufen und welche Potenziale sich dadurch für Händler ergeben.

Wir sind der einzige Zahlungsdienstleister,der die Brücke zwischen Online und Offline nahtlos gebaut hat, da wir die neueste Zahlplattform haben, die genau mit dieser Vision gebaut wurde, nämlich für den Händler und Kunden das Shoppingerlebnis um Online und Offline zusammenzuführen.

Konkret ist es z.B. möglich, über unsere Plattform die Bestellung im Laden allein durch Erkennung des Kunden anhand seiner Zahldaten, wie z.B. Emailadresse oder Kartennummer, zu ermöglichen und auch Rückerstattungen direkt im Laden auszuführen, obwohl der Kunden Online bestellt hat.

Interview: Daniel Stöter, EuroCIS.com