Multichannel-Area: "Da stecken noch ganz viele frische Ideen drin"

Interview mit Ariane Rieger, AR-Medienberatung

03.03.2015

Aus der Ideenschmiede direkt zum Einzelhändler: Auf der ersten Multichannel-Area der EuroCIS 2015 zeigten sechs Firmen, wie Cross-Channeling vom Entwurf bis in die technische Umsetzung ohne großen Aufwand im Shop funktionieren kann. Inmitten des Messetreibens erklärte uns Ariane Rieger das Konzept des Multichannel-Bereichs und schildert, wie diese Fläche die gesamte Entwicklung der Offline- und Onlinewelt widerspiegelt.
Bild: Ariane Rieger; copyright: iXtenso/Mörs

Ariane Rieger: "Der Multichannel-Bereich wird auf der EuroCIS immer mehr an Bedeutung gewinnen." © iXtenso/Mörs

Frau Rieger, welches Konzept steckt hinter der Multichannel-Area?

Die Idee ist, den klassischen Einzelhändlern die Next Generation, die jungen Wilden mit ihren neuen Konzepten vorzustellen, die den stationären Handel mit dem Onlinehandel verbinden. Das Besondere ist, dass man die Lösungen, die auf der Bühne des Forums vorgestellt werden, gleichzeitig im Ausstellerbereich ausprobieren kann.

Wie kam es zu der Idee, gemeinsam mit der Messe Düsseldorf eine Multichannel-Area ins Leben zu rufen?

Wir analysieren schon sehr lange und häufig Messeveranstaltungen. Somit können wir ziemlich gut herausfiltern, was sich Besucher und Aussteller von einer Messe wünschen. Durch die Erkenntnisse aus unseren Analysen kennen wir die Entwicklungspotentiale der Branche.

Ergänzend zum Multichannel-Forum mit seinen Vorträgen entstand so die Vorstellung, diese mit einem eigenen Ausstellerbereich zu ergänzen - mit Anbietern, die mit ihrem Themenfeld auf keiner anderen Messe so gut untergebracht sind wie auf der EuroCIS. Die meisten der Ausstellerfirmen wurden erst 2013 und 2014 gegründet. Da stecken noch ganz viele frische Ideen drin, die eine eigene Plattform brauchen.
Bild: Forum in der Multichannel-Area; copyright: iXtenso/Natascha Mörs

Auf der Bühne des bereits etablierten Forums in Blickweite konnten die Aussteller der Multichannel-Area mit treffsicheren Vorträgen auch skeptische Einzelhändler mit ihren Lösungen für sich gewinnen. © iXtenso/Natascha Mörs

Die Aussteller boten eine ziemlich bunte Mischung. Was gab es zu sehen?

Eines der Produkte, die man live sehr gut erleben konnte, war das iPad-Kassensystem von Inventorum: Hier bedienen Sie über ein iPad das gesamte Kassensystem bis hin zum Webshop für Ihren stationären Laden. Ein anderes Highlight war ganz klar die interaktive Umkleidekabine von Phizzard - ein System, das dem Kunden über einen Touchscreen alternative Größen und Produkte zu einem Kleidungsstück anbietet, die der Verkäufer dann zur Kabine bringen kann. Die beiden Systeme waren hier zum Ausprobieren aufgebaut.

Wie kam das bei den Besuchern an?

Ich konnte beobachten, dass zahlreiche Zuhörer des sehr gut besuchten Forums direkt aufstanden, um die Produkte anschließend auszuprobieren. Von daher denke ich, dass das Konzept hervorragend passt und den Einzelhändlern einen interessanten Einblick in die Möglichkeiten der digitalen Verknüpfung bietet.

Viele Einzelhändler sind generell noch etwas skeptisch, was die digitalen Neuerungen im Shop anbetrifft. Wie bringt man das Thema an sie heran?

Einmal - wie eben angesprochen - durch Ausprobieren. Und indem sie Endgeräte nutzen, die sie eventuell schon von zu Hause aus kennen. Ganz viel kann mittlerweile über das iPad gemacht werden - das wird auf dieser EuroCIS besonders deutlich. Dadurch wird die Hürde schon viel geringer. Auch die Kommunikation auf dem Gerät, die Software-Lösungen, sind dem Bedarf der Händler immer besser angepasst.

Außerdem ist für die Next Generation Beratung ein ganz wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit - sie organisieren Roadshows oder Stammtische, in deren Rahmen sich gewisse Fragen einfacher stellen lassen. Die zwischenmenschliche Komponente spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Bild: Multichannel-Area; copyright: iXtenso/Natascha Mörs

Die Idee hinter der Multichannel-Area ist, den klassischen Einzelhändlern die Next Generation mit ihren neuen Konzepten vorzustellen. © iXtenso/Natascha Mörs

Was glauben Sie: Spiegelt die Area die Entwicklung des Multichannel generell wieder?

Auf jeden Fall. Niemand kann heute mehr auf Multichannel verzichten. Dafür geht diese Entwicklung einfach zu schnell voran. Die Kunden wünschen sich ein einheitliches Einkaufserlebnis. Der Einzelhändler muss sich dieser Herausforderung stellen - dazu beginnt er mit kleinen Schritten. Oft passiert es aber dann noch, dass zwar von allem etwas dabei ist, das ganze Konzept jedoch noch nicht schlüssig ist.

Hieraus ergibt sich das Potenzial für die Konzepte, die auf der EuroCIS vorgestellt werden. Mit ihnen lassen sich stringente Lösungen für die Verknüpfung der Kanäle darstellen.

Wie geht das weiter?

Der Multichannel-Bereich wird auf der EuroCIS immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die EuroCIS ist für mich die einzige Messe, in der dieses Thema eine so starke Existenzberechtigung hat.

Autor: Natascha Mörs; EuroCIS