"Duft ist nicht Zaubermittel, sondern erfolgreicher Mosaikstein"
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"Duft ist nicht Zaubermittel, sondern erfolgreicher Mosaikstein"
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Interview mit Robin Voit, Voit aroma factory
Duftmarketing ist heute schon stark in Europa verbreitet, erklärt Robin Voit, Geschäftsführer von Voit aroma factory aus Martinsried bei München. „Die richtigen Business-Aromen erzeugen – wie eine freundliche Verkäuferin oder eine schöne Ladeneinrichtung – eine Wohlfühl-Atmosphäre beim Kunden”, sagt er. Dass Verbraucherschützer die Beduftung von Regalen kritisieren, lässt er nicht gelten.
Duftmarketing ist umstritten, weil Gerüche unmittelbar im Gehirn wirken, ohne dass Verbraucher dies bewusst steuern können. Was sagen Sie dazu?
Das richtige Duftmarketing, der richtige Duft trägt heute nachweislich zu Umsatzsteigerung bei. Die richtigen Business-Aromen erzeugen – wie eine freundliche Verkäuferin oder eine schöne Ladeneinrichtung – eine Wohlfühl-Atmosphäre beim Kunden und tragen so zu einem besonderen vertrauensvollen Verkaufsgespräch bei. Deshalb kann man sagen: Wo es gut riecht, fühlt sich der Kunde wohl; wo er sich wohlfühlt, bleibt er länger; wo er länger bleibt, kauft er lieber und meistens auch mehr ein.
Bei der Video-Überwachung sind Hinweisschilder Pflicht. Sollte der Handel bei Düften dies freiwillig auch tun?
Hinweisschilder auf eine bessere Luftqualität sind nicht erforderlich, sondern man müsste eher Hinweisschilder für eine schlechte Luftqualität aufstellen.
Zu Ihren Referenzkunden zählen Reno, Saturn und Obi. Bei Reno riecht es nach Leder, bei Obi nach Holz. Ist es so einfach? Und wie riecht ein Elektromarkt?
Wir haben für die verschiedenen Branchen spezielle Duftkompositionen entwickelt. Das, was wir alle riechen, ist in erster Linie die Kopfnote und diese muss – je nach dem, was der Kunde erreichen will – angepasst sein. Das können im Lebensmittelbereich Kaffee oder Obstdüfte sein, im anderen Fall wird es nach der Schaufenster- oder Laden-Gestaltung ausgelegt, oder nach der gewünschten Corporate Identity. Im Elektromarkt kann dies bei Waschmaschinen der Geruch von frischer sauberer Wäsche sein oder ein technischer Power-Duft, der besonders junge Leute anspricht und natürlich nicht zu vergessen der Weihnachtsduft für die Weihnachtszeit.
Wie setzen ihre Kunden im LEH Ihre Düfte ein?
Beim Lebensmitteleinzelhandel setzen wir Spezialdüfte in der Obst-, Süßwaren-, Backwaren- oder Weinabteilung usw. ein. Hierzu haben wir Spezialgeräte entwickelt, die sich mit geringem Platzbedarf im Verkaufsregal integrieren lassen.
Gibt es konkrete Zahlen, wie Duftmarketing den Umsatz beeinflusst?
Universitäten, wie zum Beispiel Paderborn, veröffentlichten eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von sechs Prozent, andere Institute sprechen von höheren Prozenten.
Wir selbst können zum Teil auch höhere Zahlen bestätigen, wobei es Unterschiede in Branchen gibt. Natürlich ist Duft kein Zaubermittel, sondern ein besonders erfolgreicher Mosaikstein im modernen Marketing. Das setzt voraus, dass alle anderen Faktoren im Geschäft stimmen. In einer gesättigten Gesellschaft und bei einem Überangebot von Produkten sind wir heute in der Lage, mit den richtigen Düften Aufmerksamkeit für das Produkt oder den Laden zu schaffen, die Verweildauer des Kunden zu erhöhen und mit einer positiven Raum- und Luftatmosphäre Wettbewerbsvorteile und Umsatzsteigerungen zu erzielen.









